Szenen des Mißerfolgs

Mißerfolge treten nur selten überraschend auf ; sie haben
fast immer eine Vorgeschichte. Mißachtest du Zeichen des
Mißerfolgs , verlierst du meistens viel Zeit. Du gleichst
einem Autofahrer , der gemerkt hat , daß er in die falsche
       Richtung fährt und trotzdem nicht umkehrt !

Goethe :„man wird nicht betrogen , man betrügt sich selbst!“

Achte auf die im folgenden geschilderten Zeichen des
                                Mißerfolgs !

 

Ausdrücke oder Zahlenwerte jenseits von gut
und böse sind ein Zeichen des Mißerfolgs :

Du berechnest 3.97*4.05 mit dem Taschenrechner.
Du vertippst dich und erhältst den jenseits von gut
und böse liegenden Wert 123.4. ( 3.97*4.05 ≈ 16 !)

Du berechnest den Abstand der Punkte A(3,4) und
B(-2,6) in einem kartesischen Koordinatensystem.
Dein Ergebnis 45 ist viel zu groß !

Du zerlegst eine rationale Funktion in Partialbrüche
113 / (x+1) + 1153 / (x-1) + 35113 / (x-1)2 ! Kein
Prüfer stellt eine Aufgabe mit derartigem Ergebnis !

Du bestimmst die Tangente vom Punkt A(0, -1) an
die Parabel y = x2   und erhältst das unsinnige
Ergebnis y = 2 + 3/x ! (das ist keine Gerade!)

In Klausuren werden fast immer Aufgaben gestellt ,
die „aufgehen“ ! Komplizierte Ausdrücke sind fast
immer ein Zeichen des Mißerfolgs !

 

Es ist ein Zeichen des Mißerfolgs , wenn
dein Aufschrieb immer chaotischer wird

Obwohl Einstein sagte : „Ordnung ist etwas
für Primitive , das Genie braucht das Chaos“
solltest du dich von der Vorstellung trennen ,
daß ein chaotischer Aufschrieb ein Zeichen
deiner Kreativität ist !

Das Chaos stellt sich von alleine ein , wenn
du nicht auf eine gewisse Ordnung achtest.

Ein chaotischer Aufschrieb hat viele
gravierende Nachteile :

Der Lehrer ärgert sich bei der Korrektur ,
weil er deine Ausführungen nur schwer
entziffern kann.
Ist dein schlampiger Aufschrieb nicht
Ausdruck eines schlampigen Denkens ?
Wie willst du Fehler in einem Wirrwarr
von Zahlen und Formeln entdecken ?

 

Das Auftreten unerwarteter Vorzeichen ist
fast immer ein Zeichen des Mißerfolgs :

das Argument einer Logarithmusfunktion
darf normalerweise nicht negativ werden.
Unter einer Quadratwurzel dürfen normaler-
weise keine negativen Zahlen auftreten.

Du berechnest das Integral I = -1 ∫ 1 dx/x2
nach bekanntem Rezept , indem du die
Integrationsgrenzen in die Stammfunktion
F(x) = - 1/x einsetzt : Das Minuszeichen
im Ergebnis I = F(1) - F(-1) = - 2 macht
dich stutzig : Da der Integrand 1/x2 nie
negativ wird , hättest du einen positiven
Wert erwartet ! Was ist schiefgelaufen ?

 

Du hast bereits zu viel Zeit investiert

Zeit spielt bei der Lösung von Problemen
eine große Rolle. Du mußt sorgfätig damit
umgehen !

Oft wird in Klausuren ein Zeitrahmen für die
Lösung der gestellten Aufgaben angegeben.
man kann sich darüber streiten , ob das sinn-
voll ist oder nicht...

Jedenfalls ist es ein Zeichen des Mißerfolgs ,
wenn du schon zu viel Zeit in die Lösung
einer Aufgabe gesteckt hast. Meist befindest
du dich schon jenseits von gut und böse.
Du mußt loslassen , sonst gerätst du immer
mehr in Zeitnot !